Auswandern nach Finnland – ab in den Norden!

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Es mag zwar nicht grade ein extrem beliebtes Auswander-Ziel sein, trotzdem hat auch Finnland als Auswander-Land seine Vorteile. 

In diesem Beitrag gehen wir einige wichtige Aspekte an, die bei einer Auswanderung in das nordeuropäische Land Finnland relevant sind, ein. 

 

 

Geografie und Klima

Finnland ist eine parlamentarische Republik ganz im Norden von Europa und grenzt an Russland, Norwegen und Schweden, sowie die Ostsee. Seit 1995 ist das Land Mitglied der Europäischen Union.

Das Land ist flächenmäßig fast so groß wie Deutschland, aber im waldreichsten Land Europas leben nur etwa 5,5 Millionen Menschen. Der Großteil der Bevölkerung des dünn besiedelten Landes lebt im Süden des Landes.

Auswandern nach Finnland Landschaft

Hier liegen auch die Hauptstadt Helsinki und andere Großstädte wie Turku, Vantaa, Tampere und Espoo. Finnland wird auch als „Land der tausend Seen“ bezeichnet. Tatsächlich gibt es mehr als 186.000 Seen und zusätzlich fast 100.000 Binneninseln.

Auswandern Finnland Stadt Turku

In den unendlichen Waldlandschaften leben noch viele Tiere, die anderenorts nicht mehr zu finden sind. Der höchste Berg ist mit 1.324 m der Haltifunturi im Nordwesten Finnlands.

Mit ihren langen Tagen sind die Sommermonate die schönste Zeit in Finnland. Die atemberaubende Landschaft mit den zahlreichen Seen und viele Festivals im Freien sind wesentlicher Bestandteil der Freizeitmöglichkeiten im Sommer. Allerdings ist der Winter dafür sehr lange, dunkel und schneereich. Die Menschen ziehen sich dann sehr zurück. Berühmt ist Finnland auch für Saunagänge.

Ein bekanntes finnisches Sprichwort lautet: „Guter Rat ist wie Schnee, je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.“ Finnland bietet einen hohen Lebensstandard und eine moderne Wirtschaft. Die Bruttolöhne sind zwar niedriger als in Deutschland, wegen der geringen Steuerlast liegen die Nettolöhne aber auf ähnlichem Niveau.

Da der Mehrwertsteuersatz höher ist, sind die Lebenshaltungskosten etwa 20 % höher. In den Mietkosten sind jedoch die Heizkosten meist inbegriffen. Strom und Wasser sind deutlich günstiger als in Deutschland. Auswandern nach Finnland sollte also gut durchdacht sein. Aber viele Deutsche haben hier bereits ihr Glück gefunden. Aktuell leben etwa 3.500 Deutsche in Finnland.

 

Visum und Einreise

Für die Einreise wird nur der Reisepass oder Personalausweis benötigt. Wer für weniger als drei Monate in Finnland arbeiten möchte, benötigt hierfür kein Visum und keine Aufenthaltsgenehmigung. Die Aufenthaltsgenehmigung wird erforderlich, wenn der Aufenthalt länger als drei Monate dauert.

Dafür ist eine Registrierung bei der örtlichen Polizei und der Meldebehörde erforderlich. Ein Wohnsitz muss also angemeldet werden. Zudem muss eine Arbeitsbescheinigung eingereicht oder ausreichend Einkünfte nachgewiesen werden.

EU Bürger haben das Recht, wenn sie dauerhaft mindestens fünf Jahre in Finnland gelebt haben, einen Daueraufenthalt oder ständigen Wohnsitz zu beantragen. Ebenso kann die finnische Staatsbürgerschaft nach fünf Jahren im Land beantragt werden.

Finnland hat ein öffentliches Gesundheitssystem. Wer hier einen festen Wohnsitz nachweisen kann, kann sich über die staatliche Krankenversicherung absichern. Beim jeweiligen Sozialversicherungsträger wird die Krankenversicherungskarte beantragt.

 

Als Rentner nach Finnland auswandern

Selbstverständlich können auch Rentner nach Finnland auswandern. Allerdings gelten für Rentner dieselben Bestimmungen, wie für alle anderen Auswanderer auch. Finnland gehört zur EU, daher kommt die Rente wie gewohnt auf einem Bankkonto an.

Es ist aber daran zu denken, dass trotz eines finnischen Wohnsitzes in Deutschland weiterhin Steuerpflicht besteht, solange eine Rente aus der Deutschen Rentenversicherung bezogen wird.

 

Studieren in Finnland

Grundsätzlich berechtigt der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife in Deutschland auch zu einem Studium in Finnland. Jede Hochschule hat darüber hinaus das Recht, zusätzliche Auswahlkriterien zu bestimmen. Bewerber müssen sich daher auf Aufnahme- und Sprachprüfungen einstellen.

Ebenso wie in Deutschland gibt es hier den Numerus-clausus, da die Anzahl der Bewerber höher ist als die Anzahl der freien Studienplätze. Genaue Zulassungsbedingungen sowie Anmeldefristen sollten direkt bei der Hochschule erfragt werden. Für reguläre Studiengänge werden keine Studiengebühren erhoben.

Die sprachlichen Voraussetzungen stellen wahrscheinlich die größte Hürde dar. Vor Antritt des Studiums sollte ein ausreichender Wortschatz an Fachbegriffen beherrscht werden, um mühelos an den Lehrveranstaltungen teilnehmen zu können. Zunehmend werden auch englischsprachige Studiengänge angeboten.

Vor dem Auslandsaufenthalt sollten auch Studierende Angelegenheiten wie Lebenshaltungskosten, Wohnungsmarkt, Arbeitserlaubnis und Visum gut recherchieren. Für die Einreise nach Finnland benötigen deutsche Studenten kein Visum. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis reicht hierfür aus.

In der finnischen Botschaft kann eine befristete Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung beantragt werden. Für EU-Studenten ist während des Studiums arbeiten grundsätzlich ohne Arbeitserlaubnis gestattet.

Des Weiteren müssen sich Studierende, die länger als drei Monate in Finnland bleiben möchten, beim Finnish Immigration Service registrieren lassen. Studenten, die länger als ein Jahr bleiben, müssen sich beim Einwohnermeldeamt anmelden.

Ansonsten gilt innerhalb der EU das Sozialversicherungsabkommen. Wer in Deutschland krankenversichert ist, kann danach die Leistungen der entsprechenden Gebietskrankenkasse des Gastlandes in Anspruch nehmen. Es ist ratsam, sich die Europäische Krankenversicherungskarte ausstellen zu lassen.

 

Arbeiten und Steuern

Bereits vor der Auswanderung sollte schon mit der Jobsuche begonnen werden. Onlinejobbörsen sollten durchsucht werden. Die Agentur für Arbeit kann ebenfalls helfen. Schon in Deutschland sollte sich um die Anerkennung von Zeugnissen und andern Qualifikationsnachweisen gekümmert werden.

Für viele Arbeitsplätze müssen in Finnland genau festgeschrieben Qualifikationen nachgewiesen werden. Es ist durchaus möglich, dass die Ausbildung mit Abschlusszeugnis durch die finnischen Behörden anerkannt werden müssen. Ebenso wichtig sind natürlich auch mindesten Grundkenntnisse in Finnisch.

In Finnland angekommen, helfen die regionalen Arbeitsämter. Dennoch ist eine große Eigeninitiative gefordert, da in Finnland viele Stellen gar nicht erst ausgeschrieben werden. Wer vorher schon Kontakte geknüpft und sich umgehört hat, ist also deutlich im Vorteil.

Grundsätzlich kann jeder nach Finnland auswandern und hier arbeiten. Einige Jobs sind in den skandinavischen Ländern sehr gefragt.

Diese Branchen und Berufe haben auf dem finnischen Arbeitsmarkt besonders gute Chancen: Fachkräfte im Bauwesen und in der Industrie, besonders Kommunikationstechnologie und IT, medizinisches Fachpersonal, Angestellte im Dienstleistungssektor, Umwelttechnik, Chemie, Logistik, Anlagen- und Maschinenbau, Finanzen und Buchhaltung, Metallfacharbeiter und Lehrer.

In Finnland wird unabhängig davon, ob jemand selbstständig oder angestellt ist, eine finnische Steuerkarte benötigt. Diese stellt das örtliche Finanzamt aus. Voraussetzung hierfür ist die finnische Sozialversicherungsnummer, die ebenfalls das Finanzamt erteilt. Die Sozialversicherungsnummer kann aber auch beim zuständigen Bürgeramt oder im Vorfeld in Deutschland bei der finnischen Botschaft beantragt werden.

Jede Person, die länger als sechs Monate in Finnland lebt und arbeitet, gilt als uneingeschränkt steuerpflichtig. Vom Bruttolohn werden daher Lohn- und ggf. Kirchensteuer, Krankenversicherungsbeitrag, sowie Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag abgezogen.

Die Einkommensteuer in Finnland ist ebenfalls progressiv. Mit steigendem Einkommen erhöht sich also der Steuersatz. Die Steuerbeiträge setzen sich aus staatlichen und kommunalen erhobenen Steuern zusammen. Jeder Erwerbstätige ist in Finnland verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Das Finanzamt macht es den Steuerpflichtigen aber leicht. Einmal pro Jahr wird eine vorausgefüllte Steuererklärung mit geschätzten Werten an die registrierte Adresse verschickt. Es muss nur etwas veranlasst werden, wenn der Steuerpflichtige damit nicht einverstanden ist.

Die Gründung eines Unternehmens in Finnland ist vergleichsweise einfach und unbürokratisch. Da Finnland zur EU gehört, gilt hier die allgemeine Gewerbefreiheit. Nur für wenige Berufe wird eine Gewerbeberechtigung benötigt. Hauptsächlich dazu gehören Tätigkeiten in Bereichen wie Gesundheits- und Finanzwesen oder Sicherheit. Hier gelten besondere gesetzliche Bestimmungen.

 

Vor- und Nachteile einer Auswanderung nach Finnland

 

Vorteile des Lebens in Finnland

  • hervorragendes Bildungssystem für die Kinder
  • niedrige Arbeitslosenquote
  • hohes Umweltbewusstsein der Bevölkerung
  • wunderschöne Landschaften, viele Wälder, Berge, Seen und kristallklares Wasser
  • Sauna als Teil des Lifestyles
  • Nordlichter
  • sehr gute Einkaufsmöglichkeiten
  • lange Sommertage
  • geringe Bevölkerungsdichte
  • Frieden, Ruhe und kaum Korruption

 

Nachteile

  • hohe Lebenshaltungskosten
  • kaltes Wetter sowie sehr lange und schneereiche Winter
  • Sprache

 

Sprache

Vor der Auswanderung sollte sich zwingend mit der finnischen Sprache auseinandergesetzt werden. Im ersten Moment erscheint die Sprache kompliziert. Es wird aber alles so geschrieben, wie es gesprochen wird und ähnelt sehr den Sprachen anderer skandinavischer Länder. Viele Finnen sprechen Englisch und einige sogar Deutsch.

 

Fazit – Auswanderung nach Finnland

Wer das finnische Klima sowie Wälder und die Natur mag, kann sich hier wohlfühlen und glücklich werden. Es gibt viele Arbeitsmöglichkeiten. Natürlich ist Finnland nicht jedermanns Sache, allerdings kann sich eine Auswanderung nach Finnland für eine bestimmte Personengruppe durchaus lohnen.

Alexander Deitner

Hallo allerseits! Mein Name ist Alexander und ich heiße euch hiermit herzlich auf meinem Blog Auswanderbucht willkommen. Da ich selbst davon betroffen bin, schreibe ich hier überwiegend hilfreiche Ratgeber und Beiträge zum Thema Auswandern. Neben meiner Tätigkeit als Unternehmer networke und reise ich unglaublich gerne.

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