Auswandern nach Polen – Eine neue Heimat im aufstrebenden Nachbarland finden

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Polen ist immer wieder Ziel von Auswanderern aus Deutschland und Österreich. Dabei treffen vor allem ältere Menschen die Entscheidung, nach Polen auszuwandern, um dort ihren Lebensabend unter qualitativen Lebensbedingungen zu genießen.

Hierbei punktet das Land unter anderem mit seiner attraktiven Lage im östlichen Mitteleuropa, einer wachsenden Wirtschaft und attraktiver Landschaft mit viel Lebensqualität. Sowie mit einer vorhandenen deutschsprachigen Minderheit.

Allerdings muss für ein längeres Leben in Polen einiges beachtet werden, damit der Traum nicht zum Alptraum wird. Um dir ein wenig bei der Informationsbeschaffung zu Polen zu helfen, habe ich diesen Artikel geschrieben.

Das stark katholisch geprägte Polen ist eine parlamentarische Republik und reich an Kultur und Geschichte. Seit 2004 ist es Mitglied in der Europäischen Union und seit 1999 Mitglied in der NATO.

Polen hat ein starkes Wirtschaftswachstum und mit dem Zloty weiterhin nicht den Euro eingeführt. Was dazu führt, dass du für einen Aufenthalt in Polen dein Geld zwingend wechseln musst. Aber dafür ist in Polen einiges billiger.

 

Länder-Übersicht: Polen

SteckbriefPolen (PL)
Einwohnerzahl37,8 Millionen
Fläche312.696 km²
Bevölkerungsdichte123 Einwohner pro km²
AmtssprachePolnisch
HauptstadtWarschau
WährungZloty (PLN)
ZeitzoneUTC+1; UTC+2 (Sommerzeit)
Nationalfeiertag11. November (Tag der Unabhängigkeit)
Ländervorwahl+48

Quellen: Statista

 

Geografie und Klima

Polen ist ein Land in Mitteleuropa und grenzt im Osten an Weißrussland, Litauen und die Ukraine, im Süden an Tschechien und die Slowakei sowie im Westen an Deutschland.

Im Norden des Landes befindet sich die Ostsee sowie eine Landgrenze zu Kaliningrad, welche eine Exklave von Russland ist. Die längste Landgrenze teilt sich dabei Polen mit Tschechien, diese ist 796 km lang.

Das Klima ist in Polen insgesamt gemäßigt. Es ist mit dem Klima in Mitteldeutschland gut vergleichbar. Dabei kann es logischerweise an der Ostsee im Norden des Landes etwas windiger werden, als im Südosten von Polen.

Der höchste Berg des Landes ist der Rysy mit seinen 2499 Metern. Zudem ist die Weichsel der längste Fluss Polens mit einer Länge von 1047 km. Daneben ist die Oder ein wichtiger Fluss, welche auch größtenteils die Landesgrenze mit Deutschland bildet.

Polens Landschaft ist sehr vielseitig, so können Berge bestiegen, in der Ostsee gebadet sowie eine große Flora und Fauna bestaunt werden. Von kleinen beschaulichen Dörfern und Städten bis hin zu Metropolen wie Warschau und Krakau hat Polen vieles zu bieten.

 

Polen für Rentner – Im Alter nach Polen

Polen ist nicht ohne Grund ein Top-Auswanderziel für das Alter. Es hat zahlreiche Vorteile. So kann man sich mit seiner Rente/Pension im Alter in der Regel hier mehr leisten, da die Lebensunterhaltungskosten meist geringer sind.

Daneben kann man überwiegend eine hohe Lebensqualität genießen, Polen gilt nicht umsonst als ein Industrieland. Außerdem ist eine gute medizinische Versorgung, gerade in den großen Städten, gegeben.

Wenn man nicht allzu lange von Freunde und Familie in der alten Heimat entfernt sein will, bietet es sich auch an, im Westen des Landes in der Nähe zur deutschen Grenze zu siedeln.

So kann man schnell und durch die EU-Freizügigkeit, auch bequem, Deutschland erreichen. Hier zum Beispiel in Schlesien gibt es auch noch eine deutschsprachige Minderheit mit eigenem Brauchtum, die das Eingewöhnen erleichtern kann.

Natürlich gilt weiterhin prinzipiell auch, dass man einiges beachten muss und sein neues Leben in Polen gründlich planen muss. Wenn man diese Herausforderung schafft, kann man in Polen gut leben.

 

Nach Polen auswandern – Vorteile und Nachteile

Vorteile:

  • Lebensunterhaltungskosten: In der Regel sind die Lebensunterhaltungskosten geringer als in Deutschland und Österreich.
  • Lebensqualität: In Polen kann man eine gute Lebensqualität haben.
  • Geografische Lage: Polen liegt attraktiv direkt im östlichen Mitteleuropa und von hier aus können zahlreiche europäische Ziele erreicht werden. Sowie können von den großen Flughäfen des Landes auch weltweite Ziele schnell und einfach erreicht werden.
  • Infrastruktur: Die Infrastruktur des Landes ist durchaus größtenteils vergleichbar mit denen der G7-Staaten. Es existieren zahlreiche Autobahnen, Zugverbindungen, Flughäfen und Seehäfen. Ebenfalls ist das Mobilfunknetz und Internet gut ausgebaut.
  • Kultur und Werte: Die Kultur Polens ist sehr reich und Werte wie zum Beispiel die Familie spielen vorwiegend eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und Politik des Landes.
  • Polnische Küche: Das Essen im Land kann Dank eigener „polnischer Küche“ sehr lecker sein. Gerade Feinschmecker können auf ihre Kosten kommen.
  • Wirtschaft: Polen ist politisch und wirtschaftlich stabil. Es gibt zahlreiche Betriebe und Unternehmen im Land.

 

Nachteile:

  • Sprachbarriere: Deutsch wird nur in kleinen Teilen des Landes, vorwiegend bei der deutschen Minderheit, gesprochen. Für einen längeren Aufenthalt sollte Polnisch auf jeden Fall erlernt werden.
  • Bürokratie: Leider gibt es auch in Polen eine Bürokratie. Zeit und Geduld sind auch hier gefragt.
  • Gehalt: Im Vergleich zu Deutschland ist das Gehalt öfters leider niedriger. Dies kann allerdings mit den Steuern und Lebenshaltungskosten teilweise, nicht immer, kompensiert werden.

 

Interessantes und Wissenswertes zu Polen

  • Jeden 11. November wird in Polen die Unabhängigkeit prachtvoll gefeiert. Gedacht wird hierbei daran, dass am 11.09.1918 Polen wieder seine Unabhängigkeit nach über hundertjähriger Fremdbestimmung erlangt hat. Dieser Tag ist ein gesetzlicher Feiertag in Polen.
  • In Polen gibt es, Stand August 2022, 17 UNESCO-Weltkulturerbestätten.
  • Die Polen gelten als ein freundliches und sehr gastfreundliches Volk.
  • Viele berühmte Wissenschaftler, Künstler und Musiker stammen aus Polen. So zum Beispiel: Mikołaj Kopernik, Marie Curie, Roman Polanski, …
  • Unter sehr restriktiven Bedingungen ist das Homeschooling/Hausunterricht in Polen legal, Quelle Eurydice-Bericht 2018 der Europäischen Kommission.
  • Polen ist reich an Bodenschätzen, wie zum Beispiel Braunkohle.
  • 1791 wurde die erste demokratische Verfassung Europas in Warschau verabschiedet.

 

Arbeiten in Polen

Wenn du Staatsbürger eines EU-Landes bist, genießt du die Vorteile der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das bedeutet, dass eine Arbeitserlaubnis nicht mehr benötigt wird. Diese Informationen stammen von der AHK Polen.

Allerdings benötigen EU-Bürger weiterhin eine Registrierung bei der zuständigen polnischen Behörde, wenn ein Aufenthalt länger als drei Monate in Polen geplant ist. Hierfür müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Damit man die Genehmigung erhält, ist es unter anderem von großem Vorteil, wenn man der polnischen Behörde nachweisen kann, dass man in Polen arbeitet oder studiert.

Warschau Skyline Foto - Auswandern nach Polen

Für die genauen rechtssicheren Voraussetzungen musst du dich allerdings am besten direkt an die zuständige Behörde in Polen wenden, oder einen zugelassenen Rechtsanwalt in Polen befragen.

Die Arbeitssuche gestaltet sich in Polen ähnlich, wie in anderen Ländern. Es besteht die Möglichkeit im Internet und ganz klassisch in polnischen Zeitungen nach Stellenangeboten zu suchen.

Ebenfalls kann es auch empfehlenswert sein, dass du eine Bewerbungsmappe erstellt. In welcher du alle relevanten Unterlagen, wie Schulabschlüsse, Sprachzertifikate, Arbeitszeugnisse, … sammelst, möglichst in polnischer Sprache und/oder polnischer Übersetzung und damit direkt nach Polen für Initiativbewerbungen fährst.

Mit dieser Methode kannst du mit möglichen Arbeitgebern direkt in Kontakt treten und zeitgleich deine neue mögliche Arbeitsumgebung inspizieren. Es gibt natürlich keine Garantie, dass dies funktioniert, aber es ist logischerweise klar von Vorteil, wenn der potenzielle Arbeitgeber einen bereits von Angesicht zu Angesicht gesehen hat.

Warschau Skyline 2

In Polen sind einige Berufe besonders nachgefragt, wie zum Beispiel: Ingenieure, oder Ärzte. Wenn du zu einer besonders gesuchten Gruppe gehörst, hast du natürlich wesentlich höhere Chancen eine Arbeit zu finden. Was auch wichtig ist, ist zu wissen, dass polnische Schul- und Hochschulabgänger in der Regel gut ausgebildet sind. Das hat zur Konsequenz, dass für nicht gefragte Berufe eine größere Konkurrenz auf dem polnischen Arbeitsmarkt herrscht.

Ansonsten solltest du nicht zu früh deine Zelte in Deutschland komplett abbrechen. Damit wenn die Arbeitssuche in Polen scheitert, du noch immer ein Backup-Plan in Deutschland hast.

 

Studieren in Polen

In Polen kann man natürlich ein Semester, oder auch gleich mehrere Semester bis hin zu dem kompletten Studium verbringen. Hierbei hat man die Qual der Wahl vor einer großen Auswahl an guten staatlichen und privaten Universitäten. Eine exemplarische Auswahl will ich dir hier nennen:

Ganz wichtig, informiere dich bitte im Vorfeld sorgfältig über die benötigten Dokumente. Sowie hol unbedingt rechtzeitig die benötigten Sprachnachweise ein. Es gibt kaum was Ärgerliches, als Ausschlussfristen zu verpassen.

 

Sprachen in Polen

Die Amtssprache in Polen ist Polnisch. Diese solltest du, falls du einen längeren Aufenthalt in Polen planst, unbedingt erlernen. Deutsch ist in Polen, mit Ausnahme von der deutschsprachigen Minderheit, nicht weit verbreitet. Obwohl die Anzahl der Englischsprecher im Vergleich zu früheren Jahrzehnten steigt, beherrscht nicht jeder die englische Sprache.

Polnisch kannst du auf verschiedene Art und Weise erlernen.

So kannst du zum Beispiel einen Sprachkurs an einer Volkshochschule, Universität oder privater Sprachschule besuchen. Ebenfalls kannst du bequem per Sprachlernapp-/programm, oder ganz klassisch mit Lehr- und Übungsbuch, von zu Hause oder unterwegs aus lernen.

 

Die Metropole Warschau – Der Wirtschaftsmotor Polen

Warschau ist nicht nur die Hauptstadt des Landes, es ist mit 1,7 Millionen Einwohner auch die größte Stadt Polens, als auch das Zentrum der polnischen Wirtschaft. Hier haben Unternehmen wie zum Beispiel die PGNiG Group (Erdgas und Erdöl) und PKO Bank Polski (Bankwesen) ihren Sitz.

Die Stadt hat vieles zu bieten. Mit unter anderem dem „Teatr Narodowy“ (Nationaltheater Warschau), „Palac Kultury i Nauki“ (Kultur- und Wissenschaftspalast) existieren vielseitige kulturelle Angebote. Als auch im Bildungswesen ist die Stadt stark vertreten, so beheimatet Warschau die „Uniwersytet Warszawski“ (Universität Warschau). Diese ist, mit fast 50.000 Studenten, die größte Universität des Landes, hier können zahlreiche Studiengänge studiert werden.

Warschau Polen Infrastruktur

Sportlich haben unter anderem mit Legia Warschau (Fußball), Warsaw Eagles (American Football), Legia Warschau (Basketball) zahlreiche Vereine ihre Heimat in der Stadt. Hier kannst du sowohl bei sportlichen Wettkämpfen mitfiebern, als auch selbst sportlich aktiv werden.

Warschau ist so lebenswert und vielseitig, dass man allein hierfür einen eigenen Artikel schreiben könnte.

 

Geschichte von Polen

Ich will dir hier einen groben Schnelldurchlauf durch die Geschichte Polens geben.

Dabei beginne ich mit der sogenannten „Taufe Polens“. So wird im 10. Jahrhundert nach Christus, der Übertritt der polnischen Herrscher zum Christentum bezeichnet. Die katholische spielt seit daher, eine sehr starke Rolle in Polen. Als auch Polen in der Katholischen Kirche. So stammte zum Beispiel Papst Johannes Paul II. aus Polen.

Nach der sogenannten „Taufe Polens“ folgte eine Zeit der Zerstückelung und Schwäche. Denn in Polen war es damals üblich, dass das Land an die Söhne des Regenten nach dessen Tod aufgeteilt wurde. Erst Kasimir III. (der Große) beendete im 14. Jahrhundert diesen Missstand und vereinte das Reich. Daher ist Kasimir III. bis heute sehr beliebt bei den Polen.

Dieser starb leider ohne männlichen Erben, sodass sein Neffe Ludwig I., der damalige ungarische König, sein Nachfolger wurde. Es entstand daher eine Personalunion. Danach folgte noch die Polnisch-Litauische Personalunion und kriegerische Auseinandersetzungen mit dem deutschen Orden. Welcher zu jener Zeit im Baltikum herrschte.

Anschließend folgte die Republik Polen-Litauen. In dieser Zeit fielen auch die Nachwirkungen der Reformation, welche schnell Fuß im Land fand. Trotz anfänglicher Erfolge der Protestanten, erlangte die katholische Kirche spätestens mit Laufe der Zeit und der Rekatholisierung ihre Deutungshoheit über Glaubensfragen in Polen zurück.

Es folgten zahlreiche Kriege und Polen-Litauen verlor mit der Zeit immer mehr an Macht und wurde dann letzten Endes als Spielball der Großmächte immer wieder geteilt. Sodass es mit der dritten Teilung von 1795 sogar ganz aufhörte, offiziell zu existieren. Hierbei wurde das Land zwischen Russland, Habsburg und Preußen aufgeteilt.

Erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erlangte Polen 1918 erneut seine Unabhängigkeit. Es folgten für Polen Streitigkeiten um den Grenzverlauf und die erneute Aufteilung im Zweiten Weltkrieg, zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion.

Nach der Niederlage der Achsenmächte erlangte Polen deutsche Gebiete wie zum Beispiel Schlesien zugesprochen. Was dazu führte, dass zahlreiche Deutsche nur mit ihren Hab und Gut, dass sie noch geradeso packen und tragen konnten, ins verbliebene Deutschland vertrieben wurden. Dies traumatisierte viele Deutsche und stellte die zukünftigen Beziehungen von Deutschland und Polen vor einer enormen Herausforderung.

Während Polen so neue Gebiete im Westen gewann, verlor es im Osten Gebiete an die Sowjetunion. Des Weiteren wurde Polen Mitglied im Warschauer Block und es herrschte eine kommunistische Diktatur, gesteuert von der Sowjetunion, im Land.

Trotz zahlreicher polnischer Freiheitskämpfer hielt das Regime im groben bis zum Zerfall der Sowjetunion. Auch wenn bereits genaugenommen am 4. und 18. Juni 1989 bereits halbwegs freie Parlamentswahlen abgehalten werden konnten.

Von nun an begann sich ein freies und patriotisches Polen zu entwickeln. Die Wirtschaft fing an immer mehr zu wachsen und Polen trat kurz vor der Jahrtausendwende der NATO und paar Jahre später 2004 der Europäischen Union bei.

Der Einfluss Polens steigt unter anderem in der EU im Laufe der Zeit immer mehr an. Wodurch viele Polen insgesamt positiv in die Zukunft blicken.

Alexander Deitner

Hallo allerseits! Mein Name ist Alexander und ich heiße euch hiermit herzlich auf meinem Blog Auswanderbucht willkommen. Da ich selbst davon betroffen bin, schreibe ich hier überwiegend hilfreiche Ratgeber und Beiträge zum Thema Auswandern. Neben meiner Tätigkeit als Unternehmer networke und reise ich unglaublich gerne.

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